Schienenbearbeitung
„outside“
Schienen verschleißen – das ist ganz normal. Durch die ständigen Überfahrten von Personen- und Güterverkehrszügen wird die Schiene an der Kontaktfläche zwischen Rad und Schiene geschädigt.
Um den Umstand des vollständigen Austauschs der Schiene hinauszuzögern, empfiehlt es sich die Schiene fortwährend zu bearbeiten und somit in einen annähernden Neuzustand zu versetzen. Entscheidend sind dabei die Kriterien der Fehlerbehebung und der Wiederherstellung des Zielprofils am Schienenkopf.
Schiene mit Fehlern
Gefräste Schiene
Geschliffene Schiene
Schienenfehler
Das Fehlerbild auf der Schiene hat verschiedene Gründe und Ausprägungen.

Querprofilverformung
Durch wiederkehrende Überfahrten wird die Schiene plastisch verformt. Bei z.B. Übergratungen bewegt sich das Material am Schieneninnenradius und steht Richtung Schienenmitte über. Dies verengt die Spurweite, führt zu erhöhtem Radverschleiß und endet in einem unruhigen Lauf.

Headchecks
Kleine Risse, die unter 15° Winkel in den Schienenkopf hineinlaufen, entstehen am Schieneninnenradius. Problematisch werden diese, wenn sich die Risswurzeln treffen, was zu Ausbrüchen führen kann.

Wellen/Riffel
Durch den Unterschied der Rotationsgeschwindigkeit vom Rad zur Schiene entstehen, vorwiegend in Kurven, Wellen an der Kontaktfläche. Diese sorgen für Vibrationen und unruhiges Laufverhalten.

Schleuderstelle
Durch Schlupf beim Anfahren von angetriebenen Radsätzen entsteht Abrieb an der Schiene, der sich in einer Schleuderstelle ausprägt. Ebenfalls entstehen diese Fehlerbilder bei Notbremsungen, wenn der Radsatz kurzzeitig blockiert.

Squats/Belgrospis
Durch die beiden Begriffe werden Netzwerke aus Rissen beschrieben, die sich bei den Squats in einer V-förmigen Anordnung ausbreiten.

Fahrkantenausbruch
Sollten Schienenfehler sich überlagern oder tief genug in die Schiene dringen, so bricht die Schieneninnenkante aus.
Aus unserer Sicht ist die Bearbeitung von Schienen nur mittels einer Fräsmaschine sinnvoll und effektiv. Wir versuchen daher darüber aufzuklären, warum Fräsen für weltweite Schienennetzinhaber das Mittel der Wahl ist.
FAQ Schienenbearbeitung
Ja, definitiv. Was zuerst als optischer Mangel beginnt kann zu einem massiven Ausbruch an der Schiene und somit zum Entgleisen eines Zuges führen. Durch Entgleisen können nicht nur hohe Sachschäden entstehen, sondern auch Schäden an Personen hervorgerufen werden.
Bestes Beispiel dafür ist ein Zugunglück in England aus dem Jahr 2000, bei dem ein 35m langes Schienenstück in über 200 Teile zerbrochen ist. Die Ursache waren mit hoher Wahrscheinlichkeit Head-Checks.
Fräsen hat gegenüber dem reinen Abschleifen der Schiene den Vorteil, dass ein genaues Zielprofil spanend hergestellt wird. Zudem ist der Abtrag deutlich höher. Die Behebung von Fehlern, die tief in die Schiene hineinragen, ist mittels des Fräsprozesses effektiver, da weniger Überfahrten benötigt werden.
Es empfiehlt sich in regelmäßigen Intervallen mit geringem Abtrag die Schiene zu fräsen. Dadurch wird das gewünschte Schienenprofil im gesamten Schienennetz ausgeprägt, was eine optimale Rad/Schiene Paarung ermöglicht und somit den Verschleiß mindert. Die Länge der Intervalle richtet sich dabei nach der Auslastung des Schienennetzes, also der Anzahl der dazwischen liegenden Überfahrten, bis wieder ein Fehler vorliegt.
